Reich-Ranicki ist gereizt

Montag, 16. April 2007, 20.56 Uhr

Sowas – da stellt ein Bewunderer eine harmlose Frage (nämlich was er, der verehrte Kritiker, eigentlich von der Literatur der kleineren Länder kenne und welche Autoren er besonders schätze) und was macht Reich-Ranicki? Er reagiert beleidigt, haut dem Frager seine stupende Belesenheit um die Ohren, kanzelt ihn ab, gibt sich divenhaft beleidigt und reagiert überhaupt so, als hätte der harmlose Frager ihn georfeigt:

Aber warum muss ich mich eigentlich immer wieder rechtfertigen? Ich werde auch häufig gefragt, was ich von diesem oder jenem Schriftsteller halte. Wenn ich eine solche Frage unbeantwortet lasse, dann bedeutet das, dass ich diesen Autor nicht kenne oder aber ihn zwar kenne, doch nicht öffentlich erklären möchte, warum ich mich über ihn nicht äußere. Wir leben doch in einem freien Land, nicht wahr?

Ich habe Reich-Ranickis Kritiken nach wenigen Kostproben schon früh zu vermeiden gelernt und kann es daher nicht wissen: Ist das schon Altersstarsinn oder war RR schon immer so schräg drauf?