Schluss mit lustig

Donnerstag, 1. Juli 2004, 17.30 Uhr

Nur, damit das von Anfang an klar ist und mir später keine Klagen kommen: dies ist ein Aufruf zur digitalen Gewalt. Es reicht. Inzwischen bekomme ich fast mehr verwurmte E-Mail als Spam. Zähle ich die sinnlosen Warnungen dazu, die mir fehlkonfigurierte Systeme als Autoreply auf angeblich von mir stammende Virensendungen zuschicken, wird Spam sogar nur zur zweitärgerlichsten Sache in meinem Postfach. Seit Jahren leidet das Internet an Viren- und Wurmbefall, obwohl es sich inzwischen selbst bis zum so genannten „einfachen Anwender“ herumgesprochen haben sollte, wie man auch mit einem Windows-System sicher durchs Internet kommt. Aber es hilft alles nichts, gegen das – wie nennt man das? – „fehlende Problembewusstsein“ vieler Anwender kommt man mit Geduld und guten Worten nicht an. Und ausnahmsweise ist einmal nicht The Company Everyone Loves To Hate schuld, sondern die Anwender, die sich frohgemut, doch ahnungslos durchs Internet klicken und gar nicht auf die Idee kommen, dass sie ihr System pflegen müssen (was sie aber nicht daran hindert, Windows Update auszuschalten). Führen diese Leute so Auto, wie sie sich im Internet bewegen, sie fänden sich nach wenigen Metern ohne Führerschein wieder. Und genau das soll uns als Leitbild dienen – wer mit einem verwurmten PC ins Internet geht, wird mit Führerscheinentzug bestraft. Technisch ließe sich das sehr einfach mit einem Virus lösen, der auf dem befallenen Computer keinen Schaden anrichtet, aber den TCP/IP-Stack zuverlässig abschießt. Also, liebe Programmierer: an die Arbeit.

Zuerst in: Internet Professionell, 7/2004