Sick of Sick

Samstag, 26. April 2008, 16.41 Uhr

Sick of Sick CoverOk, Wortspiele mit Nachnamen sind meist wenig lustig, erst recht, wenn sie so peinlich nahe liegen wie bei Bastian Sick. Aber einmal abgesehen davon, scheint André Meinungers Sick of Sick? Ein Streifzug durch die Sprache als Antwort auf den »Zwiebelfisch« ein wirklich gelungenes Büchlein zu sein (Kulturverlag Kadmos, 176 Seiten, ISBN 978-386599-047-1, 12,80 Euro). Auf den Webseiten des Verlages finden sich jedenfalls nicht nur neugierig machende Rezensionen, sondern auch eine PDF-Leseprobe, die mich in meinem Eindruck  bestärkt, dass das ein Buch ganz nach meinem Geschmack zu sein scheint:

Darüber hinaus stecken die Bücher und die Kolumne tatsächlich voller guter und oftmals origineller Beobachtungen zur deutschen Sprache, meist verfasst in einem Stil, den man gern liest. Aber da setzt dann auch schon die Kritik an. Der Ton, wenn er auch meist geschickt gewählt ist, kommt zuweilen etwas ironisch und provozierend, bisweilen sogar besserwisserisch daher. Und das kann sich der Autor nicht immer leisten. Denn neben den guten und treffenden Darstellungen strotzt das Sick’sche Werk eben auch von Ungereimtheiten, Unstimmigkeiten, Halbwahrheiten, Pedanterien bis hin zu reinen und groben Fehlern.

[…]

Der vorliegende Band wendet sich somit an Zwiebelfischkenner, aber auch Neulingen sollte die unvorbereitete Lektüre möglich sein. Es ist außerdem hoff entlich auch ein Stück Genugtuung für diejenigen, die die bisweilen peinliche Polemik der Sick-Bücher erkannt haben.

Das klingt doch schon mal sehr gut. Schade allerdings, dass der Frage,

was die Faszination des in den Der-Dativ-ist-dem-Genitiv-sein-Tod-Bänden ausgelebten Sprachdünkels

ausmache, ausdrücklich »nicht nachgegangen« wird. Da ist Sick ja nur die Spitze des Müllbergs.

Nunja. Man kann nicht alles haben.