Sideroxylon; oder: Hölzernes Eisen

Donnerstag, 25. September 2008, 21.21 Uhr

Bei der Suche nach einem Schopenhauer-Zitat bin ich auf folgende Stelle gestoßen:

Sonnen und Planeten, ohne ein Auge, das sie sieht, und einen Verstand, der sie erkennt, lassen sich zwar mit Worten sagen: aber diese Worte sind für die Vorstellung ein Sideroxylon.
Die Welt als Wille und Vorstellung, §7; Lütkehaus-Ausgabe: I, 64.

Was um alles in der Welt ist ein Sideroxylon? Eine rasche Google-Suche verwies auf die (englische) Wikipedia. Und siehe da – das Wort scheint Schopenhauer selbst gebildet zu haben:

‚Sideroxylon‘ is a noun that signifies and exemplifies a logical inconsistency between a noun and its modifying adjective. According to translator E. F. J. Payne, it was a „…word coined by Schopenhauer from two Greek words to express a contradiction or absurdity.“[1] The Greek words are sídēros (iron) and xȳlon (wood). This is similar to the construction of the synonym oxymoron from the Greek oxȳs (sharp) and mōrós (dull).


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In der schönen Diogenes-Ausgabe von Schopenhauers Werken hätte es in eckigen Klammern direkt daneben gestanden. 😉

[»Eisenholz«] notiert Hübscher da (I, 60). Aber dass es sich um einen Neologismus von Schopenhauer handelt, hätte ich so nicht erfahren 😉

Na gut; ich gebe mich geschlagen. 😉