Stadtplanung, fehlgeschlagen

Montag, 19. Dezember 2005, 20.09 Uhr

Als mein Heimatort Bergkamen vor rund 30 Jahren einmal größenwahnsinnig wurde, da planten visionäre Städteplaner ein neues Stadtzentrum, die »City«. Wahrzeichen und Erkennungsmerkmal der Stadt sollte ein echtes, vielstöckiges Hochhaus werden, mit dem sich Bergkamen aus dem provinziellen Nichts katapultieren und seinen gleichberechtigten Platz neben Dortmund, Hamm und Unna einnehmen wollte.

Daraus wurde nichts. Die City war schon zu meiner Schulzeit kaum mehr als eine krude Sammlung von Geschäften und unbehausten Wohnungen mit einer Spielhalle und einem Getränke-Kiosk als eigentlichem Mittelpunkt.

Den Turm habe ich nur einmal betreten, als Aushilfszeitungsausträger. Geblieben ist davon vor allem eine unangenehme Erinnerung an mir damals schier endlos scheinende Gänge, die aus einer Aneinanderreihung anynomer Türen bestanden und völlig fensterlos waren. Das einzige Licht kam über eine unzulängliche Deckenbeleuchtung und erhellte eine durch und durch trostlose Szenerie.

Bei meinem letzten Besuch in Bergkamen musste ich feststellen, dass die einstige City, die doch lebendiger Mittelpunkt einer aufstrebenden Stadt sein sollte, nur noch ein riesiges Discount-Kaufhaus und viele Parkplätze zu bieten hatte.

Und aus dem Turm ist das hier geworden:

Turm von Bergkamen, Foto von Giesbert Damaschke