The boy who lived

Donnerstag, 8. Februar 2007, 17.59 Uhr

Am 21. Juli ist es also soweit, dann steht endlich Band VII von Harry Potter in den Regalen: Harry Potter and the Deathly Hallows. Derzeit brodelt es in der Gerüchteküche, die Autorin gefällt sich in sinistren Andeutungen und die Fans schrecken zurück – sie wird doch nicht so grausam sein und am Ende Harry Potter sterben lassen?

Keine Sorge, sie wird nicht.

Sieht man einmal von der magischen Verkleidung hab, folgt Harry Potter dem traditionellen Entwicklungsrom nach dem Muster David Copperfield und vertritt einen ganz altbackenen Bildungs- oder Erziehungsanspruch. Die Leser – also Kinder und Jugendliche – sollen ebenso einfache wie wichtige Dinge lernen wie Selbstvertrauen, Mut, den Wert von Freundschaften und ähnliches.

Am Ende eines solchen Romans tritt der Held – und nach dem Zuklappen des Buchdeckels idealerweise auch der Leser – der Welt an Herz & Hirn gestärkt entgegen: Tatfreudig, zukunftsgewiss und selbstbewusst.

Und genau deshalb kann Harry Potter nicht sterben. Denn was gäbe man den Kindern und Jugendlichen mit auf den weiteren Lebensweg, wenn am Ende, nach all den Bewährungen und Proben, existentiellen Zweifeln & pubertären Kuddelmuddel, wachsendem, dem Leben zugewandten Selbstbewusstein – der Held am Ende stirbt, bevor er wirklich leben konnte?

Nicht, dass ein Entwicklungsroman nicht auch eine Entwicklung zum Tode erzählen könnte, durch und durch nihilistisch und lebensverneinend. Aber das ist dann schwerlich ein Kinder- oder Jugendbuch.


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2 Kommentare zu „The boy who lived“

[…] einiger Zeit habe ich an dieser Stelle kurz erläutert, warum die Spekulationen, dass Harry Potter im siebten Band sterben wird, […]

[…] einiger Zeit habe ich an dieser Stelle kurz erläutert, warum die Spekulationen, dass Harry Potter im siebten Band sterben könnte, […]