The Hitchhiker’s Guide To The Galaxy: das Textadventure ist wieder da

Dienstag, 11. März 2014, 0.18 Uhr

Bevor es grafische Computerspiele gab, gab es Textadventure. Die Spiele bestanden komplett aus Text, der Spieler konnte durch Texteingaben seine Figur bzw. das ganze Spiel steuern. Jede Textseite beschrieb mehr oder weniger ausführlich die aktuelle Situation und wartete dann auf Eingaben, auf die das Spiel reagierte und sich unterschiedlich entfaltete.

Die mit Abstand besten Spiele dieser Art kamen von Infocom. Die Spiele zeichneten sich durch lakonischen Witz, knifflige Puzzles und Einfallsreichtum aus. Ich habe als Student Stunden, ach was: Tage wenn nicht Wochen damit verbracht, „Zork I: The Great Underground Empire“ zu erkunden oder mich in Infidel als Grabräuber zu betätigen. Dass ich’s nur gestehe: „Zork“ hatte ich als „Raubkopie“ – und ich war so begeistert, dass ich mir Infidel seinerzeit für 50 DM (oder so) gekauft habe. Und erst dann realisierte, mit welcher Sorgfalt Infocom seine Spiele ausstatte.

Der Eingangssatz von Zork ist legendär:

West of House
You are standing in an open field west of a white house, with a boarded front door.
There is a small mailbox here.

Die erste sinnvolle Anweisung ist übrigens „Open Mailbox“. Dieses Setting wurde dann gut 15 Jahre später im Grafikadventure „Zork Nemesis“ von Activison liebevoll nachgebildet – wenn ich mich da richtig erinnere, beginnt das Spiel so wie Zork, und der Text blendet dann in eine komplexe grafische Umgebung über.

Woran ich mich bei Infidel noch sehr genau erinnere, ist ein vertracktes Puzzle in einem Gang, bei dem man eine verschlossene Tür irgendwie öffnen musste. Ich habe etliche Versuche gebraucht, bis ich das ohne zu sterben – „A stone comes crashing down. Needles to say you didn’t quite make it“ (oder so ähnlich) – geschafft habe.

Infocom war in den 80er-Jahren die unangefochtene Nummer eins in Sachen Textadventure. Und es ist kein Wunder, dass die spielerische Umsetzung von Douglas Adams’ „The Hitchhiker’s Guide To The Galaxy“ ebenfalls von Infocom auf den Markt kam.

1984 war das, also vor 30 Jahren. Und zum 30-jährigen Jubiläum hatte man beim BBC die brillante Idee, die Infocom-Version des Romans als browserbasiertes Spiel veröffentlicht. Durch und durch großartig. Einziger Wermutstropfen*: Die Umsetzung basiert leider auf Flash. Aber man kann halt nicht alles haben.

Kleiner Tipp: die erste Anweisung sollte sein: „Turn on the light“.


* Ich bin immer versucht, „Wehmutstropfen“ zu schreiben. Scheint mir irgendwie passender.


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