Todeszug nach Yuma

Sonntag, 29. Juni 2008, 16.23 Uhr

Todeszug nach Yuma, CoverDer deutsche Verleihtitel ist mal wieder irritierend dämlich. Der Zug im Titel ist mitnichten ein „Todeszug“, sondern das Ziel einer Reise und taucht erst im Showdown auf. James Mangolds Remake des 30 Jahre alten Originals von Delmar Daves – das ich leider noch nicht kenne und das laut IMDB seinerzeit unter dem noch dämlicheren Titel „Zähl bis drei und bete“ in die Kinos kam – ist ein mehr als solider Western, der scheinbar ganz klassisch, einfach und gradlinig daherkommt und doch seine Modernität nicht verleugnen kann und will. Seine Spannung bezieht er aus dem eindringlichen Kontrast zwischen Christian Bale und Russell Crowe. Christian Bale als durch den Bürgerkrieg verkrüppelter Farmer, der sich keinen anderen Rat mehr weiß, als gegen 200 Dollar Belohnung einen Schwerverbrecher von Bisbee nach Yuma zu eskortieren (was natürlich ganz grauenvoll schief geht und jede Menge Tote produziert) und Russell Crowe als zynischer Killer mit teuflischem Charme sind umwerfend gut. Die reichlichen Action-Sequenzen, Schauwerte und Schießereien sind altmodisch gutes Handwerk, bei dem ein Film in der Kamera entsteht, nicht in der digitalen Nachbearbeitung. Jedem Westernfreund nachdrücklich zu empfehlen. Und allen anderen eigentlich auch.