Typographie und Satz bei E-Books

Montag, 15. Juli 2013, 11.07 Uhr

Ein leidiges Thema: Die Typographie und der Satz bei E-Books sind häufig eine Katastrophe. Löcher im Text, Schusterjungen, Hurenkinder sind an der Tagesordnung und leider in der Praxis kaum zu vermeiden. Da kann man sein E-Book noch so sorgfältig gestalten: Sobald am E-Reader die Schriftgröße verändert wird, werden alle gestalterischen Mühen zuschanden. Kein Wunder, dass sich nicht nur professionelle Typographen wie Jan Middendorp über die eklatanten Mängel von E-Books ärgern.

Ob es allerdings wirklich hilfreich ist, die Hoffnungen auf neue Formate wie ePub 3.0 zu setzen und Maximalforderungen aufzustellen, möchte ich bezweifeln. Natürlich sollte es das Ziel sein, dass E-Books genau so gut gestaltet werden wie gedruckte Bücher. Aber da hilft es wohl wenig, gleich alles auf einmal zu fordern.

Es wäre, wenn schon nicht viel, so doch einiges gewonnen, wenn sich wenigstens korrekte Anführungszeichen, also „ “ oder meinetwegen auch » «, und Apostrophe – ’ – durchsetzen würden. Auch wäre es schön, wenn nicht ständig Bindestriche „-“ auftauchen, wo Gedankenstriche „–“ stehen sollten. Das kann heute jedes System und kostet noch nicht einmal was. Aber was will man von E-Books erwarten, wenn auch die „Websites“ (gemeint sind natürlich Webseiten), die angeblich „schon wie Bücher oder Zeitschriften aussehen“ selbst in diesem Punkt kläglich versagen? (Das gilt übrigens auch für alle Seiten bei sueddeutsche.de, die mit diesem Artikel mal eben ein Paar Steine in ihrem Glashaus durch die Gegend wirft.)

Und was die Löcher im Text angeht: die ließen sich zumindest ein wenig eindämmen, wenn sich „weiche Trennungen“ durchsetzten. Technisch ist das überhaupt kein Problem, es gibt sogar eine HTML-Entity dafür: ­. Die ist zwar Bestandteil von HTML 4.0.1 (also seit rund 13 Jahren offizieller Standard), wird auch von vielen Browsern unterstützt – aber trotzdem nicht benutzt. Ob aus Kostengründen, mangelnden Werkzeugen oder fehlendem Wissen sei mal dahin gestellt.

Kümmern wir uns also erstmal um die Basisfunktionalität An­füh­rungs­zei­chen, Apostroph, Binde-/Gedankenstrich und weiche Trennung. Dann sehen wir weiter.

Und da ich in diesem Punkt selbst immer mal wieder schlampe, habe ich das Wort „Anführungszeichen“ im letzten Absatz mal probeweise An­füh­rungs­zei­chen geschrieben. Das ist ein wenig lästig – aber es funktioniert.

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