Unverhoffter Urlaub. Fast.

Mittwoch, 23. März 2005, 10.00 Uhr

Heute hab ich’s gut, heute ist mein Terminkalender und meine Aufgaben-Liste komplett leer. Heute hab ich frei, es scheint die Sonne, der Himmel strahlt im typisch Münchner Weiß-Blau – was will man mehr? Schade nur, dass mein leerer Terminkalender und meine leere Aufgabenliste kein Zeichen für einen vorgezogenen Osterurlaub ist, sondern einfach nur eine verhängnisvolle Fehlkonfiguration meines PDA in Kombination mit einem Denkfehler von mir.

Und das kam so:

Ich arbeite im Büro mit einem Windows-PC und daheim mit einem Apple Powerbook 12″ (ein toller Computer, nebenbei, aber davon erzähle ich Ihnen ein anderes Mal).

Neben den üblichen Terminen, Notizen, Adressen und Aufgabenlisten, verwalte ich auf meinem Palm-PDA auch meine verschiedenen Kennwörter in einer kleinen, aber feinen Passwort-Datenbank. Dazu gibt es ein Pendant für den Windows-Desktop, so dass ich Passwörter sowohl unter Windows als auch unterwegs mit dem Palm eintragen kann. Bei einem Datenabgleich via Hotsync werden dann die Datenbestände von Desktop und PDA auf den neuesten Stand gebracht.

Heute morgen dachte ich mir, dass es so eine Kennwortdatenbank doch eigentlich auch für den Macintosh geben müsste und ich so meine Passwörter auch auf meinem Powerbook immer dabei haben könnte. Also machte ich einen kurzen Abstecher zur Webseite des Herstellers und richtig, hier fand sich sowohl eine Windows- als auch eine Macversion der Passwort-Datenbank, die ich rasch installiert habe.

Anschließend habe ich frohgemut meinen Handheld an den Mac angeschlossen und einen Datenabgleich zwischen PDA und Powerbook gemacht. Dachte ich.

In Wirklichkeit habe ich die Passwortdatenbank auf dem PDA erneut installiert (glücklicherweise ohne Datenverlust!) und gleichzeitig (ohne es zu wollen) die Termine und Aufgaben vom Kalenderprogramm „iCal“ des Macintosh in den Kalender meines Handhelds überspielt. Und das war fatal, da ich zum einen noch nie mit iCal gearbeitet habe, der Kalender also vollständig leer war, und zum anderen die Sync-Software für iCal noch nicht konfiguriert war. Wie ich später feststellte, sah diese Konfiguration vor, dass die Daten vom Powerbook die Palm-Daten überschreiben. Ergebnis: Gähnende Leere auf dem PDA.

Das hat mich zwar verdutzt und etwas verärgert, aber nicht weiter beunruhigt, schließlich hatte ich gestern abend im Büro noch einen Hotsync gemacht, auf dem Bürorechner mussten also die aktuellen Daten vorhanden sein. Waren sie auch. Bis ich meinen PDA mit dem Windows-PC im Büro abgeglichen habe.

Auf dem Windows-PC war die Sync-Software zwar für den normalen Alltag korrekt eingestellt – es werden die jeweils neuesten Daten benutzt – , aber in diesem konkreten Fall war das exakt die Einstellung, die ich auf gar keinen Fall hätte benutzen dürfen. Denn so kam es, dass die zwar leeren, aber dafür aktuellen Daten des Palms die Daten auf dem Windows-Computer überschrieben.

Kurz: Nach dem Hotsync, mit dem ich den Datenbestand wiederherstellen wollte, war auch mein Backup gelöscht und mein Kalender so leer wie nach einer Neuinstallation.

Und so kommt es also, dass ich keine Termine und Aufgaben mehr habe.

Glück im Unglück: Dank der nahen Osterfeiertage habe ich in der nächsten Zeit nur einige wenige Termine, die ich überdies noch auf Notizzetteln notiert hatte, bevor ich sie in den PDA übernommen habe. Diese Zettel sind im Papierwust auf meinem Schreibtisch noch vorhanden. Manchmal zahlt es sich ja doch aus, sein Büro nicht aufzuräumen.


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