Vier Mal weniger

Sonntag, 3. Mai 2009, 11.09 Uhr

Auch SZ-Redakteure langen mitunter aber auch gleich so was von daneben. Zum Beispiel auf S. 50 im München-Teil der Wochenendausgabe:

Wer den öffentlichen Nahverkehr statt des Autos nutzt, verursacht im Schnitt vier Mal weniger Kohlendioxid.

Das ist natürlich eine gute Nachricht, aber darum geht es jetzt gar nicht. Auch nicht um die Frage, ob da nun „vier Mal“ oder „viermal“ stehen müsste. Sondern darum, wie man auf die Idee kommt, man könne die Aussage, ein Autofahrer verursache vier Mal so viel Kohlendioxid wie ein Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs, auch umdrehen und mit „vier Mal weniger“ formulieren.

Denn das ist natürlich Quatsch und würde nur in einem Szenario funktionieren, in dem mindestens drei Werte verglichen werden, nicht aber nur zwei, und selbst dann wäre es immer noch problematisch und missverständlich.

Oder doch nicht? Denn so unsinnig die Formulierung auch ist – missverständlich scheint sie nicht zu sein. Ich zumindest bin erst darüber gestolpert, als ich im Artikel die Aussage gelesen habe, auf der die Überschrift sich stützt:

Wer in den „Öffentlichen“ sitze, verursache nur ein Viertel des CO2-Ausstoßes, den ein Autofahrer auf sein Klimagewissen nehmen muss.


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Old VolcanoFist schrieb am 3. Mai 2009, um 22.58 Uhr

Ich habe auch gleich an ein Viertel bzw. 25 % gedacht …

Lies lieber das „Streiflicht“ (vom Samstag). Und realisiere dabei, daß der durchaus nicht unsympathische Schreiber von der besten Stadt der Welt halt keine Ahnung hat …

😉