Vorprogrammiert

Mittwoch, 7. Mai 2008, 11.42 Uhr

Wenn Spiegel Online mal so richtig knallhart sprachbewusst formulieren will …

Wenn die Wachowski-Brüder Gas geben, sind Schauwerte programmiert:

sind gruslig dumme Sätze vorprogrammiert. Lieber hält man sturheil an einer zweifelhaften Sprachregel fest, als dass man einmal darüber nachdenkt, was für einen Stuss man da zusammenschreibt.


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„Vorprogrammieren“ ist und bleibt aber nun einmal ein Pleonasmus …

Etwas „ist vorprogrammiert“ ist und bleibt aber nun einmal eine stehende Redewendung.

Allerdings eine, die man meiden sollte. Dann lieber etwas Gehirnschmalz investieren und den Gedanken elegant formulieren.

„Vorprogrammiert“ ist kein Pleonasmus und lässt sich, wie der zitierte Einleitungssatz zeigt, nicht einfach durch „programmiert“ ersetzen – zumindest nur unter dem Preis einer Bedeutungsverschiebung. Natürlich sind die Special Effects eines Films, der überwiegend am Computer entstanden ist, „programmiert“. Aber diese Banalität meinte der Autor erkennbar nicht, als ihm, jede Wette, zuerst „vorprogrammiert“ einfiel. Er wollte wohl schon auf „vorhersagbar / einfallslos / langweilig“ hinaus, eine Bedeutung, die der Satz nun verfehlt. („Programmieren“ meint nicht zwangsläufig die Produktion eines vorhersagbaren Ergebnisses.)

Dass „vorprogrammiert“ ein unschönes Wort ist – geschenkt. Das ist ein Geschmacksurteil und als solches doch eher willkürlich und ohne Regelcharakter für andere Sprecher. Ich würde es auch nicht benutzen und hätte den ersten Satz lieber komplett umgeschrieben, aber das heißt ja nichts 😎

Jürgen schrieb am 9. Mai 2008, um 1.12 Uhr

„Bedeutungsverschiebung“

Das Wort merk‘ ich mir!