Was für Spiegel Online noch ein gutes Angebot ist

Freitag, 2. Mai 2008, 23.45 Uhr

Bei Spiegel Online versucht man, aus der Tugend, hierzulande keinen Psystar-Schrott kaufen zu können, eine Not zu machen und referiert dafür die US-Tests derjenigen, die es nicht so gut haben. Das wälzt man auf sechs Teile aus, was zwar der Klickrate zugute kommt, aber doch ein wenig seltsam anmutet. Und zwar nicht nur deshalb, weil es hier um ein Gerät geht, das wohl nie auf den deutschen Markt kommen und in wenigen Wochen wieder in sein angestammtes Nichts verschwunden sein wird, sondern auch, weil sich der gesamte Text sehr viel kürzer fassen ließe: der angebliche Mac-Clone macht einen derartigen Lärm, dass bereits ein kurzes Einschalten genügt, um ihn umgehend als Elektroschrott auszusortieren. Allein die Idee, diesen Lärmkübel mit einem x-beliebigen anderen Computer vergleichen zu wollen – es muss noch nicht einmal ein Mac sein –, ist schlicht albern.

Doch Spiegel Online wäre nicht Spiegel Online, ließe man sich eine so schöne Gelegenheit zur sinnfreien Textproduktion entgehen. Also stopft man sich Oropax in die Ohren, ignoriert die unterschiedlichen Preisgefüge nationaler Märkte und rechnet fröhlich drauflos. Nämlich aus, was die Komponenten der Psystar-Kisten bei deutschen Discountern kosten, übersetzt die Euro-Summe in Dollar, vergleicht das Ergebnis mit dem Dollarpreis des Computers, den es hierzulande überhaupt nicht zu kaufen gibt und präsentiert dem verdutzten Leser folgende Milchmännchenrechnung:

Doch schon die Grundversion [des Psystar-Computers] ist eigentlich ein Schnäppchen. Versucht man das Gerät mit Bauteilen aus dem Online-Versand nachzubauen, kommt man auf einen Preis von etwa 275 Euro. Das entspricht rund 425 Dollar. Der Klon [für 399 USD] ist also selbst als PC noch ein gutes Angebot.


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