»wegen der bösen Natur der Menschen«

Dienstag, 18. April 2006, 6.59 Uhr

Spiegel Online über die Entwicklung eines der ersten U-Boote:

Zwischen Fieberschüben muss der Erfinder immer wieder an der Idee für seine Unterwassermaschine getüftelt haben. Er denkt wohl an eine Art Taucherglocke, die sich aber frei und aus eigener Kraft bewegen kann, die also unerkannt Minen an feindlichen Kriegsschiffen anbringen könnte.

Doch als er die Pläne fertig hat und selbst wieder bei Kräften ist, zeigt sich die Admiralität wenig begeistert: Der Krieg ist vorbei, das Vorhaben zu kostspielig. Die Militärs sehen einfach nicht, welch ungeheures Potential eine tauchende Kampfmaschine dieser Bauart haben könnte. Die Versuche mit einigen anderen Geräten waren nicht so ermutigend – nur ist Kroehls U-Boot den anderen technisch weit voraus.

Karl Kraus, Die letzten Tage der Menschheit, V. Akt, 58. Szene:

Eine altertümliche Erfinderwerkstatt.

Lionardo da Vinci: – – wie und warum ich nicht meine Art schreibe, unter dem Wasser zu bleiben, solang’ ich bleiben kann; und dies veröffentliche ich nicht oder erkläre es wegen der bösen Natur der Menschen, welche Art sie zur Ermordungen auf dem Grund des Meeres anwenden würden, indem sie den Boden der Schiffe brächen und selbige mitsamt den Menschen versenkten, die drinnen sind – –

(Die Erscheinung verschwindet)

Der Band 12 des Fackel-Reprints von 2001 hat rund 1200 Seiten. 639 davon nehmen Die letzten Tage der Menschheit ein. Ich wusste zwar, dass Kraus da irgendwo da Vinci zitiert, aber wo genau natürlich nicht. Ich habe den Band »damit ich es halt zumindest versucht habe« ohne große Hoffnungen, das gesuchte Zitat zu finden, aus dem Regal genommen und blindlings aufgeschlagen. Auf Seite 634. Exakt da, wo das Zitat steht.


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