Werbung auf dem Notebook

Mittwoch, 6. April 2005, 14.26 Uhr

Gestern Abend habe ich ein Fehler gemacht. Ich habe versucht, die blöden Sticker „Windows XP“ und „Intel Inside“ von meinem Notebook abzuknibbeln. Die stören mich schon, seit ich mir das Notebook gekauft habe, also seit über zwei Jahren. Die Sticker befinden sich nicht außen am Gehäuse, wo ich sie übersehen könnte und sie mich nicht weiter stören, sondern werden erst dann sichtbar, wenn ich das Gehäuse aufklappe. Sie kleben einträchtig vereint auf der rechten Seite der Handballenauflage.

Über den Sinn und Zweck dieser Aufkleber kann man nur rätseln. Für wen sind die eigentlich gedacht? Soll das eine Werbung für Microsoft und Intel sein? Wenn das so ist, warum klebt der Aufkleber dann nicht an der Außenseite des Geräts, da, wo ihn jeder sehen kann, wenn ich mit dem Notebook unterwegs bin? Oder will man mich als Besitzer des Gerätes daran erinnern, dass ich an einem Intel-PC mit Microsoft Windows arbeite? Aber nein, für so blöd werden mich die beiden Firmen doch nicht halten, dass ich das vergessen könnte. Was also sollen diese Sticker?

Mich jedenfalls haben diese bunten Wapperl rechts unten im Blickfeld zunehmend genervt und gestern Abend dachte ich mir, dass ich den Unfug nun lange genug geduldet habe. Also begann ich damit, die Sticker abzuknibbeln. Das hätte ich besser nicht versuchen sollen – und ich kann Sie auch nur eindringlich davor warnen! Denn so einfach gehen die nicht ab – genauer: die gehen überhaupt nicht ab.

Das einzige, was ich erreicht habe ist, dass sich Bruchstücke einzelner Schichten der Sticker gelöst haben und ich auf meinem Notebook nun, statt zweier bunter Firmenlogos, zwei unansehnliche Papierruinen, kleben habe, denen man noch ansieht, was sie einst waren. Die Stickerreste erinnern ein wenig an eine verwitterte Plakatwand, mit einem Unterschied: Sie kleben. Immer, wenn ich nun mit dem rechten Handballen über das Logo gerate, verspüre ich nicht mehr, wie früher, ein etwas unangenehmes Kratzen, sondern ein noch unangenehmeres klebriges Gefühl, so, als hätte ich ein Kaugummi oder ein Bonbon angefasst.

Wie gesagt: Machen Sie mir das nicht nach. Demnächst werde ich den Stickerresten mal mit schärferen Mitteln zu Leibe rücken, aber ich fürchte, dass das nicht viel helfen, sondern nur das Gehäuse beschädigen wird.

Da freut es mich gleich doppelt, dass ich mir kürzlich ein Apple Powerbook gekauft habe: So müssen Notebooks sein. Statt eines bunten Stickers zeigt mir das Gerät nur einen dezenten Schriftzug „Apple Powerbook G4“ und als einziges Logo gibt es den bekannten angebissenen Apfel. Der ist wirklich pfiffig angebracht, nämlich auf der Oberseite des Displaydeckels. So sehe nicht ich beim Arbeiten das Logo – ich weiß schließlich, was für einen Computer ich habe –, sondern alle anderen. Der Clou: Das Logo wird dezent gleichmäßig von hinten beleuchtet und verbreitet einen milden weißen Schimmer. So ist es selbst in abgedunkelten Nachtzügen oder schummrigen Hotelbars noch gut zu erkennen. Wenn ein Notebook schon mit einem Werbebanner versehen wird, dann doch bitte so.


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