Wielands Werke

Mittwoch, 25. Juli 2007, 22.28 Uhr

Man kann am Sinn und Zweck historisch-kritischer Ausgaben durchaus zweifeln. Schon die Prämisse, es ließe sich ein „authentischer Text“ generieren, ist zumindest fragwürdig und allzuoft entwickeln sich die schwungvoll gestarteten Projekte zu Ruinen germanistischen Größenwahns.

Doch das ändert natürlich nichts daran, dass es eine sehr erfreuliche Enwicklung ist, wenn die DFG 2,5 Millionen Euro zur Erstellung einer 36-bändigen historisch-kritischen Gesamtausgabe der Werke Christoph Martin Wielands auswirft. Das Projekt soll in einem Dutzend Jahre abgeschlossen sein. Eine der treibenden Kräfte des Projekts ist, wen wundert’s, Jan Philipp Reemtsma.

(via Klassikforum)


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Hat nicht Reemtsma immer wieder behauptet, das bräuchte es nicht, nicht einmal Anmerkungen sollte es geben, Übersetzungen oder Erklärungen. Wie er dann auch in den hübschen Greno-Ausgaben vorgeführt hat. Hat uns ob der Ignoranz damals alle aufgeregt.

Na, hat er doch dazugelernt.

[…] Die erste historisch-kritische Ausgabe der Werke Christoph Martin Wielands wird an der Jenaer Friedrich-Schiller-Universität erarbeitet. Die “Oßmannstedter Ausgabe” genannte Wieland-Edition ist auf 36 Bände konzipiert und werde “die große Lücke schließen, die eine homogene, modernen Anforderungen genügende Ausgabe seiner Werke noch immer darstellt.” Die Laufzeit des Projekts beträgt 12 Jahre; Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert es mit 2,5 Mio Euro. Die ebenfalls 36-bändige Wieland-Ausgabe, die 1853 bis 1858 bei Göschen in Leipzig erschienen war, ist innerhalb der Arno-Schmidt-Referenzbibliothek online verfügbar (als pdf-Dateien). Kunstmäzen Jan Philipp Reemtsma, der das Mammutprojekt ebenso fördert, meinte: “Mit Wieland wird die deutsche Literatur zur Weltliteratur”. Reaktion bereits bei Giesbert. […]

In der ersten Fassung seines Testaments vom 17. Dezember 1803 schreibt Emanuel Schikaneder:

„14tens legire ich dem berühmten Dichter Wieland in Weimar als Verfasser des Tschinnistan Dreyhundert Gulden, sollte er aber vor mir mit Todt abgehen, so legire ich diese dreyhundert Gulden dem Herrn Schiller unsern deutschen Schaeckspair, der Kabale, und Liebe verfaßte …“

Schikaneder wußte, was er an Wielands Werken verdient hatte.