Wie viel Text passt auf eine Kindle-Seite?

Donnerstag, 6. März 2014, 13.36 Uhr

Bei Facebook fragte Kerstin Hoffman ob es andere Kindle-Besitzer auch störe, „dass auf eine Seite so wenig passt“ und man so häufig blättern müsse. Das hab ich mal zum Anlass genommen, ein wenig mit den  verschiedenen Einstellungen von Schrift, Schriftgröße, Durchschuss und Seitenrändern herumzuspielen. Als Beispiel habe ich Charles Dickens’ „Nikolas Nickleby“ in der Übersetzung von Gustav Meyrink genommen, da ich das Buch sowohl gedruckt als auch als E-Book auf dem Kindle habe.

Eine normale Buchseite umfasst im Durchschnitt zwischen 1.800 und 2.000 Zeichen, bei der Dickens-Ausgabe sind es rund 2.200 Zeichen, womit die Seiten schon vergleichsweise voll, aber noch nicht überfüllt sind.

Doppelseite Dickens Nikolas Nickleby

Eine Druckseite umfasst rund 1.800 bis 2.000 Zeichen, hier sind es sogar 2.200.

Beim Kindle hängt die Seitenfüllung natürlich von den Einstellungen ab. In meiner Standardeinstellung (Caecila Condensed, vierte Schriftgröße, kleinster Zeilenabstand, minimale Ränder) bietet das Display Platz für rund 1.400 bis 1.500 Zeichen. In meinen Standardeinstellungen bietet der Kindle im Durchschnitt also zwischen 60 bis 70 Prozent der Seitenfüllung, die die gedruckte Ausgabe hat. (Da der Kindle nicht trennen kann, spielen auch noch die Sprache und die Wortlänge eine Rolle, aber das kann man hier vernachlässigen.)

Kindle Einstellung Schrift

In meiner Standardeinstellung passen auf das Kindle-Display rund 1.400 bis 1.500 Zeichen.

Bei der maximalen Seitenfüllung in kleinster Schrift passen auf den Kindle rund 2.200 bis 2.400 Zeichen und damit mehr, als auf eine normale Druckseite. Allerdings ist die Schrift dann so klein und die Seite so gedrängt voll, dass zumindest ich das nicht mehr entspannt lesen kann.

Kindle maximals Seitenfüllung

Bei maximaler Seitenfüllung passen deutlich mehr als  2.000 Zeichen aufs Display – aber das ist schon hart an der Grenze zum Augenpulver.

Nimmt man hinzu, dass ein Buch üblicherweise eine Doppelseite zeigt, also gut 4.000 Zeichen, dann fasst das Kindle-Display in einer für mich gut lesbaren Darstellung nur noch rund 35 Prozent dessen, was ein Buch an Lesestoff zu bieten hat, bevor man umblättern muss.

Also es stimmt natürlich: beim Kindle muss man sehr viel häufiger blättern, als man es von einem Buch (oder einem größeren E-Book-Reader wie der Kindle-App auf dem iPad) gewohnt ist. Aber um endlich Kerstins Frage zu beantworten: Nein, das stört mich überhaupt nicht.