Windows vs. Mac OS X (2)

Samstag, 11. November 2006, 1.36 Uhr

Die Kleinigkeiten sind’s, die den Meister verraten. Heute ist mir der große Unterschied zwischen Windows XP und Mac OS X wieder an einer Winzigkeit aufgefallen – beim Anstöpseln eines USB-Sticks an meinem Dell mit Windows XP und meinem iMac.

Technisch passiert bei beiden Systemen ungefähr das gleiche. Der Unterschied besteht darin, wie das System damit umgeht und was es von diesem Vorgang kommuniziert.

Beim Mac ist das so: USB-Stick rein und ein, zwei Sekunden später erscheint ein entsprechendes Laufwerks-Icon auf dem Desktop: Der USB-Stick ist einsatzbereit.

Bei Windows XP sind insgesamt fünf gelbe Textblasen im Systembereich rechts unten aufgepoppt. Der Reihe nach:

  1. Oh, ein USB-Device!
  2. Hey, das heißt USB2.0-Sowieso-Laufwerk
  3. Boah ey, das ist ein Laufwerk!
  4. Ha, da installier ich doch gleich mal Treiber!
  5. So, fertig!

Und nachdem mir das System mit diesem irrelevanten Zeug, das ich nicht wissen will und das mich allenfalls verwirrt, auf die Nerven gegangen ist: erst dann erscheint der USB-Stick – im Explorer. Wer den nicht öffnet, der wird im Leben nicht wissen, was denn nun eigentlich passiert ist, allen Meldungen zum Trotz.

Die Meldungen bei Windows bieten dem Anwender einen Haufen überflüssiger Daten: Dass ein USB-Stick angeschlossen wurde, weiß er. Den Namen des Sticks weiß er vermutlich auch. Dass es ein Laufwerk ist, ebenfalls. Und dass das nicht ohne passende Treiber geht, kann ihm egal sein. Kurz: Es ist der reine Schein, ein Haufen Unfug, der sich als wichtige Information verkleidet (die ihm im Falle eines Fehlers natürlich auch nicht weiterhelfen).

Wäre ja zu einfach, ein Laufwerkssymbol auf dem Desktop anzuzeigen.

Ich bin wirklich mal neugierig, wie das in Vista gemacht wird.

Windows vs. Mac OS X (1)