Windows vs. Mac OS X

Donnerstag, 10. August 2006, 21.29 Uhr

Heute vormittag hatte mein Provider technische Probleme und für rund eine Stunde war ich offline. Das war zwar ärgerlich, versorgte mich aber mit einem kleinen Beispiel für die Unterschiede zwischen Windows XP und Mac OS X.

Als mein Windows-Rechner beim Versuch, eine DSL-Verbindung aufzubauen scheiterte, zeigte er mir diese Fehlermeldung:

DSL-Fehlermeldung Windows XP

Ein Klick auf die Schaltfläche Details führte zu dieser Meldung:

Fehlermeldung Windows XP

Jede Menge Text. Jede Menge technisches Kauderwelsch. Jede Menge Erklärungen. Jede Menge Hinweise für den Anwender, wie das Problem behoben werden könnte.

Aber vor allem: Jede Menge Blödsinn.

Mit dieser Fehlermeldung wird Otto Normalanwender (und dass ich’s nur gestehe: ich auch) nicht nur überfordert, es wird ihm auch noch vorgegaukelt, das System wüßte, was es mit dem Fehler auf sich hat.

Weiß es natürlich nicht. Das ist einfach nur ein blindes Rumgestocher und das, was den Entwicklern einst als mögliche Fehlerursache halt so eingefallen ist.

Kein Wort davon ist wahr. Alle Eingaben waren (natürlich) richtig, schließlich habe ich daran seit Monaten nichts geändert – und gespeicherte Daten verändern sich normalerweise nicht über Nacht auf mirakulöse Weise. Wenn ein gespeichertes Kennwort plötzlich nicht mehr stimmt, dann liegt der Fehler mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht beim gespeicherten Kennwort.

Was macht nun Mac OS X in dieser Situation? Ganz einfach, es sagt klipp und klar, was Sache ist:

Verbindung fehlgeschlagen Mac OS X

Das ist nicht erfreulicher als die Windows-Meldung – aber sie stimmt. Denn mehr, als dass die Anmeldung fehlgeschlagen ist, kann man in dieser Situation überhaupt nicht mit Sicherheit sagen. Und mehr sollte Otto Normalanwender am besten auch gar nicht erfahren.

Während Windows den Anwender durch gänzlich irrige Hinweise dazu verführt, in den Untiefen der Systemsteuerung herumzufummeln und am Ende tatsächlich noch etwas zu verstellen, ohne zu wissen, wie man das wieder rückgängig machct, ist Mac OS X nüchtern und präzise: Da stimmt was nicht. Frag jemanden, der sich damit auskennt. Oder probier’s später noch mal.

In meinem Fall war es so, dass ich bei der Windows-Meldung zuerst auf die Idee kam, den Rechner neu zu starten, die Kabelverbindungen zu überprüfen und was dergleichen nutzloses Zeug mehr ist. Die Mac-Meldung brachte mich dagegen sofort dazu, meinen Provider anzurufen. Und da erfuhr ich prompt, dass es in meinem Vorwahlbereich aktuell vorübergehende Probleme mit dem Internetzugang gäbe. Man entschuldigte sich und bat um Verständnis.

Na, wenn das so ist, dachte ich, ließ Computer Computer sein und ging erstmal ausgiebig frühstücken.


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8 Kommentare zu „Windows vs. Mac OS X“

Bei uns hat der Windows-Rechner es vor kurzem nicht mal gemerkt, daß eine Internet-Verbindung nicht hergestellt werden konnte. Während mein Mac schon längst bekannt gegeben hat, daß eine Internetverbindung nicht besteht, hat die Windowskiste noch fleißig weiter probiert Google zu laden.

Es kommt auch nicht selten vor, daß der Windows-Rechner Netzwerkprobleme meldet, wo der Mac sich ohne Probleme anmeldet.

Aber es muß ja niemand Windows-Kisten kaufen. Zum Glück.

ocj

Das sind Dinge, die mich als Windows-User auch nerven. Mittlerweile lasse ich mich von Fehlermeldungen nicht mehr ins Bockshorn jagen. Beispiele wie oben gibt es viele:

– Win XP hat ein Standard-Benutzerkonto, den Administrator. Wenn ich nun ein paar Tage nach der Installation ein zweites Konto einrichte, das auch Administrator-Rechte hat, verschwindet das Standardkonto „Administrator“ bei der Anmeldung. Man muss es dann umständlich aktivieren. Die Idee ist gut gemeint: Man möchte nicht, dass sich Omi Elsbeth irrtümlich ´mit Admin-Rechten anmeldet und irgendwas zerschiesst. Die Wirkung ist aber die, dass der Durchschnittsuser glaubt, seine liebgewonnenes Konto sei gelöscht worden.

– Wenn das Netzwerkkabel nicht angeschlossen ist, meldet der Internet-Explorer:
(…) stellen Sie sicher, dass die Adresse keine Tippfehler enthält.
Klicken Sie auf Extras und dann auf Internetoptionen (…). Stellen Sie mit Hilfe Ihres Netzwerkadministrators oder Internetdienstanbieters sicher, dass die derzeitigen Einstellungen richtig sind.
(…) Microsoft Windows kann das Netzwerk überprüfen und automatisch nach Einstellungen für Netzwerkverbindungen suchen, wenn diese Einstellung vom Netzwerkadministrator aktiviert wurde (Hahahaha!).
(…) Einige Sites erfordern 128-Bit Verbindungssicherheit. Klicken Sie auf das Menü Hilfe und dann auf Info, um festzustellen, welche Sicherheitsstufe installiert ist.
(…)Überprüfen Sie in der Registerkarte „Erweitert“ unter „Sicherheit“ die Einstellungen für SSL 2.0, SSL 3.0, TLS 1.0, PCT 1.0.
(…)

Warum sagt man dem User nicht: In 98% der Fälle hat dein Sohn sich das Netzwerkkabel geschnappt und vergessen, es in deinen Rechner zurückzustecken. Guck erstmal auf der Rückseite des Rechners, ob alles stimmt?

Weil Microsoft-Mitarbeiter technische Buchhalter sind, die… (Ach, lassen wir das).

Ich komme mit Windows gut klar, weil ich mittlerweile begriffen habe, wie es funktioniert und weil es auf billiger Hardware läuft. Aber empfehlen würde ich es nicht für jeden.

[…] Windows vs. Mac OS X (1) […]

Hallo,

ich habe jahrelang Mac OS X genutzt. Doch irgendwann ist mir aufgefallen, das ich einfach zu viel Geld in meine Macs gesteckt habe. Außerdem war Mac OS X auch nicht besser wie Windows. Mit Mac OS X und meinen Macs hatte ich mehr Probleme als mit Windows. Mein Powerbook musste eingeschickt werden, weil so ein Logicboard-Fehler aufgetreten ist. Und Mac OS X ist mir relativ häufig abgestürtzt, warum auch immer. Ich denke das der schlechte Treiber für meinen ISDN-Adapter schuld war. Unter Windows Vista habe ich jetzt keine Probleme mit dem ISDN-Adapter. Dort funktioniert seit Ende Januar alles einwandfrei. Ich bereue es wirklich nicht, meine Macs bei eBay verkauft zu haben und wieder zum PC zu switchen. Das Design von Mac OS X war mit ein Grund für mich, zu Apple zu wechseln. Doch jetzt bietet Vista das bessere Design und mein Sony VAIO sieht auch wesentlich schöner aus, als diese häßlichen Aluminium-Books von Apple. Ich werde so schnell nicht wieder Apple-Steuer bezahlen.

Liebe Grüße Dieter

@ Dieter
um auf deine Erfahrung mit dem ISDN-Treiber welcher anscheinend den gesamte Computer lahm gelegt hat zu kommen, kann ich nur folgendes sagen: Die fehlerhafte Produktion von Hauptplatinen kann jeder Firma passieren und Apple lies dies durch ein Austauschprogramm kostenfrei reparieren. (siehe Wikipedia unter : Apple iBook)
Zu den scheinbar zu hohen kosten die du für einen Mac aufbringst …
nun dein Sony VAIO ist auch nicht viel billiger 🙂 und ein Mac rentiert sich über die Jahre wesentlich besser. (da Qualität und Leistung einen hohen Standart genießen)
Und Windows Vista, wo der Design schöner ist -> Geschmackssache, aber was unter der Haube von Vista steckt würde ich sagen: Microsoft hat da einiges noch zu tun und bestimmt wird dies bald mit dem nächsten Service-Pack passieren. Mac Os 10.4 mit Vista zu vergleichen ist eher unzutreffend, da Vista noch in den Kinderschuhen steckt. Man schaue sich bestimmte Foren an die deutlich zeigen ,dass Vista noch viele Kinderkrankheiten besitzt.Und falls Microsoft es doch schafft Vista sicherer und stabiler zu machen, ist Mac Os 10.5 aus dem Haus und Apple liegt wieder in Führung …
Nur zu dem jetzigen Apple-Designs kann ich Dir zustimmen, die sehn im Vergleich zu den Jahren 1999-2001 jetzt eher zu eintönig aus. ( Bilder unter http://www.apple-history.com ) -> grau und weis find ich persönlich langweilig

Lieber Giesbert

Ich finde, Du siehst das etwas einseitig. Wenn Dein Auto nicht anspringen würde, und Du würdest Deinen Mechaniker fragen, was da los ist, welche Antwort wäre Dir lieber:

A – Da ist was mit der Zündung nicht in Ordnung. Das können die Zündkabel, die Kerzen oder der Verteiler sein.
B – Da ist was kaputt

Du kannst ja mit der Windows-Meldung nichts anfangen, aber manch anderer vielleicht schon. Und das sich das Kennwort nicht auf „mirakulöse“ Weise von heute auf morgen von selbst ändert stimmt natürlich, aber es wäre ja auch möglich, dass jemand seine Verbindung gerade neu eingerichtet hat. Und dann ist diese Meldung wiederum sehr hilfreich.

Gruß Bernd

„Du kannst ja mit der Windows-Meldung nichts anfangen, aber manch anderer vielleicht schon.“

Nein, mit der Meldung kann niemand etwas anfangen, sie ist vom ersten bis zum letzten Buchstaben nichts als heiße Luft. Die sagt nicht mehr als die Mac-Meldung, bläht sich aber mehr auf.

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