Ziff Davis ist pleite

Freitag, 7. März 2008, 2.05 Uhr

Von 1993 bis 1997 war ich Redakteur bei der deutschen Dependance des US-Verlages Ziff Davis. Der war seinerzeit eines der weltweiten Dickschiffe unter den Fachverlagen mit unendlich scheinenden Ressourcen und Nummer Eins auf dem US-Markt, auch wenn der Dauerkonkurrent IDG (PC World) das vermutlich anders sah. Als der Verlag nach Deutschland kam und mit einer deutschen Version des PC Magazines begann (PC Professionell), da war ich noch bei Computer persönlich (Markt + Technik). Kollegen aus den USA warnten uns: »ZD is coming. And when they come, they come to fight. And when they fight, the fight to win«. Die Stimmung war entsprechend gedrückt. ZD schickte sich an, den deutschen Markt aufzurollen. Das schien ihnen auch in den ersten Jahren widerstandslos zu glücken, dann aber gab es in den USA einen Besitzerwechsel und seither ging es stetig bergab. Die europäischen Töchter wurden schon vor einiger Zeit verkauft und existieren inzwischen nicht mehr, jetzt ist auch die US-Zentrale vorläufig am Ende: Ziff Davis hat Konkurs angemeldet und Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Es ist möglich, dass der Verlag sich noch einmal erholt, aber es sieht (zumindest so von außen) nicht gut aus. Gar nicht gut.


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