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Lila Kühe24.8.2026
Bislang hielte ich Milkas bekannte »Lila Kuh« für einen Marketingeinfall von Milka. Aber da habe ich mich getäuscht, das Motiv der lilafarbenen Kuh reicht bis mindestens 1895 zurück und kommt wohl aus den USA bzw. dem angelsächsischen Sprachraum.
Dass ich das überhaupt mal nachgeschlagen habe, verdankt sich dem Film ›Shadow of the thin man‹ von 1941 (das ist der vierte Teil der ›Thin Man‹-Serie‹).
In einer Szene sitzen Nora, Nick und Nick jr. beim Essen. Nick jr. soll seine Milch trinken, was er nur tun will, wenn sein Vater Nick ebenfalls ein Glas Milch trinkt. Der will zwar gerade seinen üblichen Cocktail zügig in sich hineinschütten und winkt also dankend ab, muss sich aber doch beugen und trinkt schließlich sein Glas Milch mit Todesverachtung. Anschließend gibt es diesen kurze Wortwechsel mit seiner Frau:
Nora: Drunk, dear?
Nick: I keep seeing purple cows.
Das hat mich doch verdutzt und ich hab ein wenig nachgeschlagen, aka: in der Wikipedia gestöbert. Die nämlich hat zu Purple Cow einen eigenen Eintrag. Dort erfährt man, dass es sich dabei um ein Nonsense-Gedicht von Gelett Burgess (1866–1951) handelt, das erstmals 1895 veröffentlicht wurde:
I never saw a Purple Cow,
I never hope to see one;
But I can tell you, anyhow,
I’d rather see than be one.
Seither spuken lila Kühe herum. Bereits 1901 zeigte die Schokoladenverpackung von Suchard eine zwar weiße Kuh, aber vor lilafarbenen Hintergrund, 1912 gab’s eine Parodie auf eine Zeichnung von Emil Cardinaux, in der sich eine lila Kuh findet, 1934 wurde »Purple Cow« als Markenname für Eiscreme benutzt und 1936 zierte eine lila Kuh die »Schokoladenverpackung der Böhme Schokoladen GmbH aus Delitzsch« (Wikipedia). Die berühmte »Milka-Kuh« gibt es erst seit 1972/73.